Zurück zum Blog
Dein SaaS richtig bepreisen: 5 Fehler die ich gemacht habe

Dein SaaS richtig bepreisen: 5 Fehler die ich gemacht habe

Pricing ist der größte Hebel für deinen Umsatz – und der Bereich, in dem Solo-Devs am meisten Geld liegen lassen. Ich habe jeden dieser 5 Fehler selbst gemacht und teuer bezahlt. Damit du es nicht musst.

Pricing ist der größte Hebel für deinen Umsatz. Eine Preiserhöhung von 10% geht direkt in deinen Gewinn – ohne einen einzigen neuen Kunden. Trotzdem ist Pricing der Bereich, in dem wir Solo-Devs am meisten Fehler machen.

Hier sind die 5 teuersten Fehler, die ich gemacht habe. Damit du sie nicht wiederholen musst.

Fehler #1: Aus Angst zu niedrig bepreisen

Das ist der Klassiker. Und ich war der Meister darin.

Meine Gedanken damals:

  • "Wer zahlt schon 49€ für ein Tool von einem Nobody?"
  • "Bei 9€ ist die Hürde niedriger, ich bekomme mehr Kunden"
  • "Ich kann ja später erhöhen, wenn das Produkt besser ist"

Alles falsch.

Warum niedrige Preise dich sabotieren

1. Du ziehst die falschen Kunden an

Kunden, die 9€ zu viel finden, sind selten die Kunden, die du willst. Sie haben oft die höchsten Erwartungen, den meisten Support-Bedarf und die geringste Loyalität.

Kunden, die bereit sind, 49€ oder 99€ zu zahlen, verstehen den Wert von guten Tools. Sie bleiben länger, beschweren sich weniger und empfehlen dich weiter.

2. Du brauchst 10x mehr Kunden für denselben Umsatz

Simpler Mathematik:

  • Bei 9€/Monat brauchst du 111 Kunden für 1.000€ MRR
  • Bei 49€/Monat brauchst du nur 21 Kunden

21 Kunden kannst du persönlich betreuen. 111 Kunden werden zum Vollzeitjob.

3. Niedrige Preise signalisieren niedrigen Wert

Ob wir es mögen oder nicht: Menschen assoziieren Preis mit Qualität. Ein Tool für 9€ "kann ja nicht so gut sein." Eines für 99€ "muss was drauf haben."

Die Lösung

Verdopple deinen Preis. Heute.

Ich meine das ernst. Wenn du gerade 19€ verlangst, mach 39€ draus. Beobachte, was passiert.

In 90% der Fälle: nichts Schlimmes. Deine Conversion Rate sinkt vielleicht um 10-20%, aber dein Umsatz steigt trotzdem.

Falls du Angst hast: Teste es mit neuen Kunden. Bestandskunden bleiben beim alten Preis (Grandfathering). Du hast nichts zu verlieren.

Fehler #2: Zu viele Pricing-Tiers

Meine erste Pricing-Seite hatte 5 Tiers:

  • Free
  • Starter (9€)
  • Pro (19€)
  • Business (49€)
  • Enterprise (auf Anfrage)

Ich dachte, mehr Optionen = mehr Chancen, dass jemand kauft.

Das Gegenteil war der Fall.

Das Paradox of Choice

Psychologische Studien zeigen: Zu viele Optionen führen zu Entscheidungslähmung. Menschen kaufen gar nichts, weil sie Angst haben, die falsche Option zu wählen.

Außerdem: Fünf Tiers bedeuten fünf verschiedene Feature-Sets, die du pflegen, dokumentieren und supporten musst. Als Solo-Dev ist das Wahnsinn.

Die Lösung

Maximal 3 Tiers. Besser: 2.

Das beste Setup für die meisten Micro-SaaS:

  1. Free Trial (14 Tage, alle Features) – keine dauerhaft kostenlose Version
  2. Pro (dein Hauptprodukt, ein Preis)
  3. Optional: Enterprise (nur wenn du wirklich große Kunden willst)

Fertig. Keine Starter-Pro-Business-Verwirrung. Eine Entscheidung: Ja oder Nein.

Fehler #3: Nach Features statt nach Wert bepreisen

Mein altes Pricing sah so aus:

  • Starter: 5 Projekte, 1 User
  • Pro: 20 Projekte, 5 User
  • Business: Unlimited Projekte, 20 User

Das Problem? Meine Kunden haben nicht in "Projekten" gedacht. Sie haben in "Zeit gespart" und "Probleme gelöst" gedacht.

Was Value-Based Pricing bedeutet

Statt zu fragen "Was kostet mich das Feature?", fragst du: "Was ist das Ergebnis meinem Kunden wert?"

Ein Beispiel:

Dein Tool spart einem Freelancer 5 Stunden pro Woche. Bei einem Stundensatz von 80€ sind das 400€ pro Woche, 1.600€ pro Monat.

Sind 49€/Monat dafür zu viel? Natürlich nicht. Das ist ein ROI von 3.200%.

Aber wenn du nach "Anzahl Projekte" bepreist, versteckt sich dieser Wert.

Die Lösung

Finde die Metrik, die deinen Kunden wichtig ist.

  • Spart dein Tool Zeit? → "X Stunden pro Monat gespart"
  • Steigert es Umsatz? → "Y% mehr Conversions"
  • Reduziert es Kosten? → "Z€ weniger Ausgaben"

Kommuniziere diese Metrik auf deiner Pricing-Seite. Lass den Kunden selbst rechnen, warum sich dein Tool lohnt.

Fehler #4: Preise nie erhöhen

Nach dem Launch habe ich 18 Monate lang denselben Preis behalten.

In dieser Zeit:

  • Habe ich dutzende Features hinzugefügt
  • Ist die Inflation gestiegen
  • Haben meine Kunden immer mehr Wert bekommen

Mein Preis? Unverändert.

Warum wir Angst vor Preiserhöhungen haben

  • "Meine bestehenden Kunden werden wütend"
  • "Ich verliere Kunden an die Konkurrenz"
  • "Es fühlt sich gierig an"

Alles verständlich. Alles falsch.

Was wirklich passiert

Ich habe meinen Preis schließlich von 19€ auf 39€ erhöht. Das Ergebnis:

  • 3 Kunden haben gekündigt (von über 200)
  • 0 Beschwerden von Bestandskunden (die den alten Preis behielten)
  • Neue Kunden haben ohne Zögern gezahlt

Der Umsatz von Neukunden hat sich verdoppelt. Über Nacht.

Die Lösung

Erhöhe deine Preise mindestens einmal pro Jahr.

So machst du es schmerzfrei:

  1. Grandfathering: Bestandskunden behalten ihren alten Preis (oder bekommen nur 50% der Erhöhung)
  2. Vorankündigung: Informiere 30 Tage vorher per E-Mail
  3. Begründung: Zeige, welche Features du hinzugefügt hast

Die meisten Kunden verstehen das. Und die, die wegen 10€ mehr kündigen, waren eh nie deine besten Kunden.

Fehler #5: Lifetime Deals zur falschen Zeit

Ah, Lifetime Deals. Die Versuchung für jeden Indie Hacker.

Ich habe einen LTD für 99€ angeboten – zu früh, zu günstig, zu viele verkauft.

Das Ergebnis: 150 Kunden, die für immer Support erwarten, für immer neue Features wollen, und nie wieder einen Cent zahlen.

Wann LTDs Sinn machen

  • Du brauchst schnell Kapital für Entwicklung
  • Du willst deine User-Basis für Social Proof aufbauen
  • Dein Produkt ist stabil und du weißt genau, welche Features noch kommen

Wann LTDs dich ruinieren

  • Dein Produkt ist noch im Aufbau
  • Du hast keine Ahnung, wie viel Support du leisten musst
  • Du verkaufst unbegrenzt viele LTDs

Die Lösung

Wenn du LTDs machst, dann richtig:

  1. Limitiere die Anzahl (z.B. maximal 100 Stück)
  2. Berechne realistisch: Ein LTD sollte mindestens 3 Jahre Subscription-Umsatz entsprechen
  3. Kommuniziere klar: Was ist enthalten, was nicht (z.B. "alle Features bis Version 2.0")
  4. Timing: Erst wenn dein Produkt stabil ist und du weißt, was auf dich zukommt

Besser noch: Biete statt LTDs einen Jahresplan mit 2 Monaten gratis an. Du bekommst Vorauszahlung, der Kunde bekommt einen Rabatt, aber du behältst wiederkehrende Umsätze.

Bonus: Meine Pricing-Checkliste

Bevor du deine Preise festlegst, geh diese Fragen durch:

  • Habe ich mit mindestens 10 potenziellen Kunden über Zahlungsbereitschaft gesprochen?
  • Ist mein Preis mindestens 2x höher als mein erster Instinkt?
  • Habe ich maximal 3 Pricing-Tiers?
  • Basiert mein Pricing auf Kundennutzen, nicht auf meinen Kosten?
  • Habe ich einen Plan für jährliche Preiserhöhungen?
  • Falls LTD: Ist die Anzahl limitiert und der Preis realistisch?

Fazit: Dein Preis ist eine Aussage

Dein Preis sagt etwas über dich und dein Produkt.

9€ sagt: "Ich bin unsicher, ob das hier was wert ist." 99€ sagt: "Ich löse ein echtes Problem, und das hat seinen Preis."

Du hast Monate oder Jahre in dein Produkt investiert. Du hast ein echtes Problem gelöst. Du verdienst es, dafür fair bezahlt zu werden.

Also hör auf, dich unter Wert zu verkaufen.

Erhöhe deine Preise. Heute.


Welchen Pricing-Fehler hast du gemacht? Oder stehst du gerade vor der Entscheidung, wie du bepreisen sollst? Schreib mir – ich antworte auf jede Nachricht.

Über den Autor
Max Schneider

Max Schneider

Gründer von SolopreneurPage

Hey, ich bin Max! Als Solo-Entwickler und Indie-Hacker weiß ich genau, wie schwer es sein kann, seine Projekte sichtbar zu machen. Deshalb habe ich SolopreneurPage gebaut – eine Plattform von einem Solopreneur für Solopreneure. Hier teile ich meine Learnings, Tipps und alles, was ich auf meiner Reise lerne.

Meine Mission: Jedem Maker die Tools geben, um seine Arbeit professionell zu präsentieren.

Meine Seite ansehen
Für immer kostenlos starten

Bereit, deine Projekte der Welt zu zeigen?

Erstelle deine persönliche Solopreneur-Seite in wenigen Minuten

Schluss mit generischen Link-in-Bio-Tools. Präsentiere deine Startups, zeige echte Umsätze und bau dir eine authentische Online-Präsenz auf – kostenlos starten.

Keine Kreditkarte nötig
In unter 2 Minuten online